Rechte & Pflichten beim richtigen Umgang mit "Offenem Feuer"
"Wir haben den Waldbrand nicht entfacht. Wir haben nur ein klitzekleines
Feuerchen am Waldrand angezündet."
Feuer hat den Menschen schon immer fasziniert. Ein prasselndes Lagerfeuer
verleiht dem Leben unter freiem Himmel das gewisse Extra. Es kann aber auch zu
einer Katastrophe führen, wenn man damit zu nachlässig umgeht. Das Recht zum
Gemeingebrauch berechtigt nicht dazu, uneingeschränkt Lagerfeuer zu machen, es
besagt nur, dass ein Feuer unter sicheren Umständen erlaubt ist.
Im Sommer ist meist jegliches Feuermachen verboten
Im Sommer herrscht wegen der hohen Waldbrandgefahr oft ein Verbot für
jegliche Art von Feuer. Informationen hierzu erhalten Sie aus den lokalen
Rundfunknachrichten, den Verkehrsdurchsagen und der lokalen Presse. Oft können
Sie diese Angaben auch auf Campingplätzen, von Touristikbüros und vom
Rettungsdienst der Gemeinde bekommen. Einige Gemeinden informieren auch
telefonisch über die Brandgefahren. Schlagen Sie unter "Feuerwehr" oder
"Rettungsdienst" in den Grünen Seiten des Telefonbuchs nach. Die
Brandgefahrwerte sind in einer fünfteiligen Skala angegeben, bei der 4 und 5
häufig absolutes Verbot für Feuer bedeutet! In diesem Fall ist jegliches offenes
Feuer verboten! Dies gilt auch für vorhandene Feuerstellen, die von der Leitung
der örtlichen Rettungseinheit nicht genehmigt wurden. Nur Kohlegrills und
Campingkocher dürfen verwendet werden
Wenn Sie ein Feuer machen
Verwenden Sie nach Möglichkeit einen Campingkocher. Sollten Sie dennoch ein
Feuer machen, ist die Wahl des Platzes von entscheidender Bedeutung. Kies- oder
Sandböden in Wassernähe eignen sich am besten. Achten Sie auf die
Windverhältnisse, da die Funken leicht auf die Bäume überspringen können. Machen
Sie einen Graben um das Feuer oder legen Sie Steine rundherum, und halten Sie
das Feuer möglichst klein. Bei starkem Wind sollten Sie gar kein Feuer machen!
Legen Sie die Feuerstelle nicht auf Torfböden oder bemoosten Flächen an. Auch
erdiger Waldboden birgt besonders große Brandgefahr. Hier kann das Feuer im
Boden weiter schwelen und später erneut aufflammen. Schließlich sollte auch auf
Feuer in der Nähe von Ameisenhügeln oder bei Baumstümpfen verzichtet werden.
Feuer auf glatten Felsen kann diese verfärben, bersten lassen und dadurch
zerstören. Die Feuerstelle ist kein Mülleimer. Werfen Sie keinen Abfall ins
Feuer, sondern werfen Sie den Abfall in die dafür vorgesehenen Vorrichtungen.
Als Zündmaterial können Sie auf dem Boden liegende Äste, Zweige und Tannenzapfen
verwenden. Reißen Sie jedoch niemals Äste oder Zweige von gesunden Bäumen ab.
So machen Sie das Feuer aus
Lassen Sie das Feuer völlig ausbrennen. Ersticken Sie das Feuer mit Wasser
und wenden Sie die Asche mehrmals, so dass die Glut erlischt. Graben Sie den
Boden unter der Asche um, so dass keine Glut und kein Rauch mehr vorhanden ist.
Hierfür sollten Sie immer eine kleine Schaufel und einen Wassereimer griffbereit
haben.
Wenn sich das Feuer ausbreitet
Falls Sie die Kontrolle über das Feuer verlieren, sollten Sie - wenn möglich
- schnellstens den Rettungsdienst über 112 anrufen. Versuchen Sie das Feuer in
Windrichtung zu stoppen. Verwenden Sie zum Ausschlagen Zweige von kleinen
Nadelbäumen oder -büschen. Diese sind mindestens einen Meter unter der Krone
abzureißen. Nadelbäume eignen sich hierfür besser als Laubbäume. Am günstigsten
ist es, wenn die Zweige angefeuchtet werden können. Schlagen Sie nicht zu stark,
da dies die Funken aufwirbelt, und das Feuer so verstärkt wird. Material, das
Feuer gefangen hat, ist nach Möglichkeit in das Feuer zu werfen. Drücken Sie die
zum Ausschlagen verwendeten Zweige zum Boden, um das Feuer zu ersticken.
Entfernen Sie jegliches trockenes Baummaterial und Moosflächen vor dem Feuer.
Wenn die Kleidung Feuer fängt
Wenn Ihre eigene Kleidung Feuer fängt, sofort auf den Boden legen und hin-
und her rollen. Brennt die Kleidung einer anderen Person, legen Sie sie auf den
Boden. Ersticken Sie das Feuer mit einer Decke oder Jacke. Beginnen Sie von Kopf
abwärts, so dass die Flammen nicht das Gesicht berühren. Beachten Sie, dass
synthetisches Material sich entzünden oder schmelzen kann, und damit die
Verbrennungen noch verschlimmert werden. Glühende Kleidung und Verbrennungen
sind sofort mit Wasser zu kühlen. Versuchen Sie nicht, Kleidung, die sich in die
Haut gebrannt hat, zu entfernen. Kühlen Sie so lange, bis eine Linderung der
Schmerzen eintritt (ca. 10 Min.). Arzt aufsuchen.
Beim Zelten zu beachten
Offenes Feuer oder glühende Kohle im Zelt oder Vorzelt sind absolut verboten!
Das Zelt überhitzt sich schnell, und es entstehen stark giftige Gase. Sie
sollten immer ein Messer griffbereit haben, um schnell aus dem Zelt zu gelangen.
Giessen Sie niemals Zündflüssigkeit in den Brenner des Campingkochers, bevor Sie
sichergestellt haben, dass das Feuer ausgebrannt und der Brenner abgekühlt ist.
Ist dies nicht der Fall, kann sich die Flüssigkeit in der Flasche entzünden und
starke Verbrennungen verursachen. Auf dem Zeltplatz ist immer genügend Abstand
zwischen den Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen zu halten, um die Brandgefahr zu
verringern (möglichst 4 m). Grills, Kochplatten u.ä. sollten in einen
Mindestabstand von 1 m zu der Zeltplane stehen. Schläuche und Anschlüsse zum
Kocher sollten fehlerfrei und korrekt montiert sein und auf Leckage überprüft
werden.
Sie sollten darüber informiert sein, wo sich Feuerlösch- und
Alarmvorrichtungen befinden.
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