Allgemeines
Das Königreich Schweden ist eine Parlamentarische Monarchie
in Nordeuropa. Das Staatsgebiet schließt neben dem östlichen Teil der
skandinavischen Halbinsel die Inseln Gotland und Öland mit ein.
Schweden ist Mitglied der EU und des Nordischen Rats.
Schweden grenzt an die Staaten Norwegen und
Finnland, sowie an die Ostsee. Zu Schweden gehören ca. 221.800 Inseln. Die
beiden größten von ihnen sind Gotland (ca. 3.000 km²) und Öland (ca. 1.300 km²),
beide liegen in der Ostsee. Die längste Entfernung von Norden nach Süden
beträgt ca. 1.572 km und von Osten nach Westen ca. 500 km.
Weite Teile des Landes sind flach bis
hügelig sind, jedoch entlang der norwegischen Grenze steigen die Gebirgsmassive
der Skanden bis auf über 2.000 m Höhe an. Der höchste Gipfel ist der Kebnekaise
mit 2.111 m. Auf ganz Schweden verteilt gibt es 28 Nationalparks. Die
flächenmäßig größten befinden sich im Nordwesten des Landes.
Süd- und Mittelschweden (Götaland und
Svealand), das nur zwei Fünftel von Schweden umfasst, ist von Süden nach Norden
in drei Großlandschaften geteilt, Nordschweden (Norrland), das die restlichen
drei Fünftel umfasst, ist von Westen nach Osten in drei Landschaften geteilt.
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Die längsten Flüsse Schwedens sind
Klarälven, Torneälv, Dalälven, Umeälv und Ångermanälven.
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Die größten Seen sind Vänern, Vättern,
Mälaren, Hjälmaren.
Schwedens Klima ist für seine geografische
Lage ziemlich mild. Es wird vor allem durch die Nähe zum Atlantik mit dem warmen
Golfstrom bestimmt. Große Teile Schwedens haben daher ein temperiertes, feuchtes
Klima mit reichlich Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden
zwischen Sommer und Winter. Kontinental beeinflusstes Klima mit geringeren
Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des
Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des
Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor.
Die Durchschnittstemperatur für den Januar beträgt 0 C bis -2C im Süden und
-12 °C bis -14 °C im Norden (ausgenommen das Hochgebirge), die
Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 C bis 18 C im Süden und 12 C bis
14 C im Norden.
Da sich Schweden zwischen dem 55. und 69.
Breitengrad erstreckt und ein Teil nördlich des Polarkreises liegt, ist der
Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit
im Winter beträchtlich.
In Nordschweden prägen die ausgedehnten
Nadelwälder das Bild. Je südlicher man jedoch kommt, desto häufiger gibt es
Mischwälder.
In Südschweden mussten die Laubwälder dem
Ackerbau Platz machen oder wurden aufgrund der höheren Wachstumsrate durch
Nadelbäume ersetzt.
Auf den Inseln Gotland und Öland findet man
eine beeindruckende und vielfältige Flora vor. Besonders erwähnenswert sind die
zahlreichen Orchideenarten.
Besonders bekannt ist Schweden für die
größte Zahl an Elchen in Europa, die allerdings von der Bevölkerung durchaus
auch als Plage gesehen werden. In der Jagdsaison im Herbst wird bis zu einem
Viertel des Elchbestands erlegt. Jedoch ist der Bestand durch die hohe
Reproduktionsrate hierdurch nicht gefährdet. Eine große Gefahr stellen die Elche
im Straßenverkehr dar. Täglich kommt es zu Unfällen mit diesen großen Tieren
Raubtiere wie Braunbären, Wölfe und Luchse sind in den letzten Jahren dank
strenger Umweltbestimmungen wieder auf dem Vormarsch. Die vielen Seen und langen
Küsten bieten viel Lebensraum für Wassertiere: Süß- und Salzwasserfische gibt es
reichlich und auch Robben sind häufig anzutreffen.
Die Menschen in Schweden ein starkes
Umweltbewusstsein und richteten 1910 als erstes Land in Europa
Naturschutzgebiete ein. Sie sind auch heute noch stets darauf bedacht, die
heimische Natur zu schützen.
Schweden hat ca. 9,11 Millionen Einwohner.
90,8 Prozent sind Schweden, 2,5 Prozent so genannte einheimische Finnen. 6,7
Prozent der Bevölkerung sind ausländische Staatsbürger, wovon die Finnländer mit
100.000 die größte Gruppe bilden. In den Grenzgebieten zu Norwegen und Dänemark
leben natürlich auch Norweger und Dänen. Die heute größte nichtskandinavische
Bevölkerungsgruppe kam Anfang der 1990er Jahre aus dem bürgerkriegsgeplagten
Jugoslawien. Zehntausende Kroaten, Serben und Bosnier leben heute zusammen mit
anderen Flüchtlingen, meistens aus dem Irak, Iran, aus Somalia, Äthiopien und
Eritrea, aber auch aus Lateinamerika vor allem in den stark segrierten
Wohngebieten der größeren Städte (z.B. Stockholm- Rinkeby, Ausländeranteil 99 %,
Göteborg- Bergsjö 97 %, Malmö- Rosengård 95 %). Es leben auch einige tausend
Polen und Deutsche in Schweden. Sie wohnen meist in den südlichen Landesteilen.
Letztere sind auch im Gesundheitssektor als „Gastarbeiter“, beispielsweise als (Zahn-) Ärzte
und Krankenschwestern bzw. -pfleger, tätig.
Die Umgangssprache ist fast überall
Schwedisch. Norwegisch (Bokmål) wird von den meisten eingeborenen Schweden
verstanden, da es dem Schwedischen sehr ähnlich ist. Gesprochenes Dänisch
dagegen wird von vielen nur mit Mühe oder kaum noch verstanden, da es sich in
der Aussprache beträchtlich vom „Reichsschwedischen“ (rikssvenska)
unterscheidet.
Der Abstand zwischen beispielsweise
Sörmländisch und einigen Dialekten in Norrland, die z.B. noch den Dativ haben,
ist größer als zwischen dem Sörmländischen und dem norwegischen Bokmål. Das
Schonische ist entgegen anderslautenden Angaben keine Mischung aus Dänisch und
Schwedisch die Schoneländer (inklusive Blekinger und Halländer) hatten schon zu
dänischen Zeiten sprachlich eine Sonderstellung.
Samisch wird noch von einigen tausend
Menschen als Hauptsprache benutzt. Alle Samen verwenden jedoch auch die
schwedische Sprache ob nun als erste, zweite oder einzige Sprache.
In Schweden haben Finnisch,
Tornedalfinnisch, Jiddisch, Romani, Samisch und die schwedische Gebärdensprache
den Status anerkannter Minoritätensprachen.
Fast 80 % der schwedischen Bevölkerung
sprechen Englisch als Fremdsprache, da Englisch zum einen die erste Fremdsprache
an den Schulen darstellt und zum anderen im Fernsehen sehr stark vertreten ist,
da Spielfilme üblicherweise nicht synchronisiert, sondern nur untertitelt
werden.
Als zweite Fremdsprache wählt die Mehrheit
der Schüler Spanisch. Auch Deutsch und Französisch werden als zweite
Fremdsprache angeboten. Deutsch war in Schweden wie auch im restlichen
Skandinavien bis etwa 1945 die erste Fremdsprache.
Mehr als 75 % der schwedischen Bevölkerung
gehören der evangelisch-lutherischen Schwedischen Kirche an, die von 1527 bis
1999 Staatskirche war. Starke freikirchliche Gruppen dominieren im Raum
Jönköping, in Bohuslän und in Västerbotten. Die zweitgrößte Gruppe, die der
Moslems, lässt sich zahlenmäßig nur schwer einschätzen. Ihre Mitgliederzahl
liegt bei ungefähr 250.000. Die römisch-katholische Kirche hat 150.000
Mitglieder und die christlich-orthodoxe Kirche etwa 100.000. Daneben gibt es in
Schweden etwa 23.000 Zeugen Jehovas. Etwa 10.000 Menschen gehören zu einer
jüdischen Gemeinde..:
Schweden ist eine
parlamentarisch-demokratische Monarchie. Staatsoberhaupt ist seit 1973 König
Carl XVI. Gustaf. Der Reichstag (schwed. Riksdag) hat 349 Abgeordnete und wird
alle vier Jahre neu gewählt. Die sieben im Reichstag vertretenen Parteien sind
die konservative Moderate Sammlungspartei (Moderata samlingspartiet), die
Liberale Partei (Folkpartiet liberalerna), die Zentrumspartei (Centerpartiet),
die Christdemokraten (Kristdemokraterna), die Grünen (Miljöpartiet de gröna),
die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (Sveriges socialdemokratiska
arbetareparti) und die Linkspartei (Vänsterpartiet). Der Reichstag ernennt den
Premierminister (statsminister), der seinerseits die weiteren Minister (schwed.
statsråd) seiner Regierung ernennt.
Das Königreich ist in 21 Provinzen (schwed.
län) gegliedert. Die staatlichen Verwaltungsaufgaben auf regionaler Ebene werden
von einem Regierungspräsidenten (schwed. landshövding) und einer
Provinzialregierung (schwed. länsstyrelse) wahrgenommen.
Im Gegensatz zu den meisten Demokratien hat
Schweden ein politisches System in dem die Minister, also die Regierung, die
ausführenden Organe nicht direkt steuern dürfen. Vielmehr sind es die unabhängig
agierenden Zentralämter, welche die Aufgaben erfüllen, die in anderen Ländern
von Ministerien oder Landesverwaltungen realisiert werden. Demgegenüber haben
die Ministerien die Aufgabe, Gesetzesvorlagen auszuarbeiten und im besten Fall
die Möglichkeit, die Arbeit der Zentralämter durch Verordnungen zu beeinflussen.
Die kommunale Selbstverwaltung geschieht
auf zwei Ebenen: den (seit 2003) 290 Gemeinden (schwed. kommun) und den
Provinziallandtagen (schwed. landsting), welche eine Art Kommunenverbund
darstellen (nicht zu verwechseln mit den staatlichen Länsstyrelse). Die
Gemeinden nehmen die kommunalen Aufgaben, wie u.a. das Schulwesen, soziale
Dienstleistungen, Kinder- und Altenbetreuung sowie die kommunale Infrastruktur
wahr, jedoch werden die Rahmenbedingungen von den zentralen Behörden, z.B.
Skolverket, bestimmt. Die Provinziallandtage hingegen sind für diejenigen
Bereiche der kommunalen Selbstverwaltung zuständig, die die Kraft einzelner
Gemeinden übersteigen, wie das Gesundheitswesen und die Krankenpflege, den
Regionalverkehr und die Verkehrsplanung u.a. Die Gemeinden und die
Provinziallandtage finanzieren ihre Tätigkeit durch die Erhebung von
Einkommenssteuern, mit Abgaben und staatlichen Zuschüssen.
In Schweden gilt das
Öffentlichkeitsprinzip, das heißt, dass behördliche Schriftstücke mit geringen
Ausnahmen der Presse und allen Privatpersonen zugänglich sind. Niemand muss
angeben, warum er ein Schriftstück einsehen möchte, noch muss man sich
ausweisen. Es ist seit 1766 verfassungsrechtlich garantiert und ist damit die
weltweit älteste Verfassungsregelung zur Informationsfreiheit. Auch auf dem
Gebiet des Datenschutzes, dem Gegenstück zur Informationsfreiheit, gehört
Schweden zu den Vorreitern:
Eine weitere skandinavische Besonderheit
ist das System der Ombudsmänner (schwed. ombudsman). Sie sollen die Rechte des
Einzelnen beim Kontakt mit den Behörden schützen und die Befolgung wichtiger
Gesetze sicherstellen. Bürger, die meinen, ungerecht behandelt worden zu sein,
können sich an die Ombudsmänner wenden, die den Fall untersuchen und eventuell
als Sonderankläger vor Gericht bringen. Gleichzeitig sollen sie in
Zusammenarbeit mit den Behörden die Lage in ihren jeweiligen Bereichen erfassen,
Aufklärungsarbeit betreiben und Vorschläge für Gesetzesänderungen machen. Neben
den Justizombudsmännern gibt es einen Verbraucherombudsmann, einen
Kinderombudsmann, einen Gleichberechtigungsombudsmann sowie Ombudsmänner gegen
ethnische Diskriminierung und gegen Diskriminierung aufgrund sexueller
Orientierung.
Schweden galt lange Zeit als
sozialdemokratisches Musterland; es wurde von vielen europäischen Linken als
gelungenes Beispiel für einen dritten Weg zwischen Sozialismus und
Marktwirtschaft gesehen. Dies hat sich spätestens seit den Reformen in den
90er-Jahren geändert.
Am 14. September 2003 wurde in Schweden
über die Einführung des Euro als Landeswährung abgestimmt. Die Einführung war im
Vorfeld kontrovers diskutiert worden, und letztlich setzten sich die
Euro-Skeptiker durch (Wahlbeteiligung: 81,2 %, Wahlausgang: 56,1 % dagegen, 41,8
% dafür, 2,1 % Enthaltungen, 0,1 % ungültig). Die Skeptiker sahen in der
Euro-Einführung eine Bevormundung der schwedischen Währungspolitik durch die
Europäische Zentralbank (EZB). Vor 2013 soll es nach der Ankündigung der
schwedischen Regierung keinen weiteren Volksentscheid zur Einführung des Euro
geben. Die Abstimmung wurde durch die Ermordung der schwedischen Außenministerin
Anna Lindh schwer überschattet.
Die Reichstagswahlen 2006 gewann die aus
vier bürgerlichen Parteien bestehende Allianz für Schweden; die Sozialdemokraten
mussten sich mit 34,99% zufrieden geben auch wenn sie damit stärkste Partei im
Reichstag blieben, stellte dies ihr schlechtestes Ergebnis seit Einführung des
allgemeinen Wahlrechts dar. Der neue Reichstag wählte am 5. Oktober 2006 Fredrik
Reinfeldt (Moderata samlingspartiet) zum Premierminister, der tags darauf seine
Regierung vorstellte und den bisherigen Premierminister Göran Persson ablöste.
 
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