Die schwedischen Staatssymbole
Die schwedische Flagge
Das
Alter der schwedischen Flagge kann nicht genau angegeben werden. Die ersten
sicheren Bilder eines blauen Tuches mit gelbem Kreuz stammen jedoch aus dem 16.
Jahrhundert. Nach einer Vorschrift des Königs aus dem Jahre 1569 sollte das
gelbe Kreuz immer in schwedischen Feldzeichen geführt werden, da das
Staatswappen ein goldenes Kreuz auf blauem Hintergrund aufwies. Das Vorbild der
Flagge war wohl in Wirklichkeit die dänische Flagge, und die blaue und gelbe
Farbe geht wahrscheinlich auf das Staatswappen zurück. Erst aus der Zeit um
1620, also der Regierungszeit Gustavs II. Adolf, gibt es Belege dafür, dass die
blau-gelbe Kreuzflagge von schwedischen Schiffen geführt wurde. Nach unserem
ältesten vorhandenen Flaggengesetz von 1663 sollte eine dreizungige Flagge
benutzt werden – außer von Handelsschiffen, deren Flagge rechteckig sein sollte.
Heute ist es der königlichen Familie und den Streitkräften vorbehalten, die
dreizungige Form zu benutzen. Die Flaggen der königlichen Familien können auch
mit dem kleinen oder dem großen Staatswappen im Schnittpunkt des Kreuzes
versehen sein. Seit 1916 ist der 6. Juni als Tag der schwedischen Flagge
gefeiert worden, und 1983 wurde der Tag schließlich schwedischer
Nationalfeiertag. Der 6. Juni wurde aus zwei Gründen gewählt. Am 6. Juni 1523
erfolgte die Wahl Gustav Wasas zum schwedischen König. Damit wurde der Grund zum
schwedischen Nationalstaat gelegt. Am gleichen Tage 1809 erhielt Schweden ein
neues Grundgesetz, worin u.a. die Bürgerrechte festgelegt wurden. Die Farben und
die Komposition wurden zuletzt im jetzigen Flaggengesetz von 1982 geregelt. Vom
1. März bis zum 31. Oktober wird die Flagge gewöhnlich um 8.00 Uhr gehisst, zu
anderen Zeiten um 9.00 Uhr. Sie wird bei Sonnenuntergang eingeholt. Wenn die
Flagge angestrahlt wird, darf sie nach Sonnenuntergang gehisst bleiben. Es gibt
etwa 15 festgelegte Flaggentage, darunter Feiertage innerhalb der königlichen
Familie, der 1. Mai, der Wahltag bei Reichstagswahlen, der UNO-Tag am 24.
Oktober und der Nobel-Tag am 10. Dezember. Mann kann die Flagge auch an
Feiertagen in der Familie und am Ort hissen.
Die Staatswappen
Mit dem Gesetz vom 15.05.1908 verfügt Schweden über zwei Staatswappen; das
Kleine und das Grosse. Das Kleine Wappen stammt von 1360 und zeigt drei goldene
Kronen in einem blauen Schild. Auf dem Schild ist die Königskrone. Das große
Wappen zeigt einen geviertelten Schild mit einem Herzschild; ein gespaltener
Schild, in der rechten Hälfte zeigt es das Wappen der Wasa, eine goldene Vase
auf blau-silber-rot schräg geteiltem Untergrund. In der anderen Hälfte ist das
Wappen der regierenden Dynastie Bernadotte auf blauen Grund abgebildet; eine
silberne Brücke über silbernem Wasser, darüber ein goldener Kaiseradler unter
der Sternengruppe des Grossen Bären. Der geviertelte Hauptschild zeigt im ersten
und vierten Feld in Blau die drei goldenen Kronen des Kleinen Wappens und im
zweiten und dritten Feld ein goldener Löwe im Sprung auf blau-weißem, durch
einen Wellenbalken schräg geteilten Untergrund. Das erste und vierte Feld mit
dem drei Kronen symbolisiert die drei historischen Länder - Svealand, Götaland
und Österland. Das zweite und dritte Feld erinnert an die Dynastie der
Folklunder, die Schweden von 1250 bis 1363 regierten. Das Schild ist umgeben von
einer Kette mit dem Seraphinorden und steht auf einem goldenen Postament. Als
Schildhalter dienen zwei gekrönte, zweischwänzige, zurückschauende Löwen. Auf
dem Schild ist die Königskrone. Das Ganze liegt auf einem bekrönten
Wappenmantel.
In
den meisten Fällen wird das kleine Staatswappen benutzt. Es besteht aus drei
offenen Kronen in Gold auf blauem Feld, von denen zwei über der dritten
angeordnet sind, und einer Königskrone als Krönung über diesen. Eventuell ist es
auch von der Kette des Seraphinenordens eingerahmt. (Der 1748 gestiftete
Seraphinenorden ist der höchste schwedische Orden.) Das Wappen mit den drei
Kronen ist spätestens seit 1336 als Symbol für Schweden benutzt worden. Drei
Kronen waren zu der Zeit seit langem ein bekanntes Zeichen für die „Heiligen
Drei Könige“. Nach einer Theorie nahm König Magnus Eriksson (1319–64) das Symbol
in Anspruch, um seinen Titel „König von Schweden, Norwegen und Schonen“ zu
illustrieren.
Das
große Staatswappen ist das Wappen des Monarchen und wird bei feierlichen
Anlässen vom Reichstag und von der Regierung benutzt. Die Komposition wurde
schon um 1440 für König Karl Knutsson Bonde als Siegel geschaffen und wird
seitdem benutzt. Das Wappen besteht aus dem Feld mit den drei Kronen, das mit
dem „Folkunger-Löwen“, d.h. dem Wappen des Geschlechts der Folkunger, welches
Schweden von 1250 bis 1364 regierte, zusammengestellt wird. Das Herzschild zeigt
das Wappen des regierenden Hauses, d.h. heute das um 1810 für den neu gewählten
Kronprinzen, den französischen Marschall Jean Baptiste Bernadotte, geschaffene
Wappen. Der Marschall trug in Schweden als König den Namen Karl XIV. Johan. Das
Wappen enthält auch eine „Wasa-Garbe“, die an die Wasa- Dynastie (1523–1654)
erinnert, und eine Brücke, die das Fürstentum Ponte Corvo in Italien
repräsentiert (das Kaiser Napoleon 1806 Bernadotte schenkte). Das Wappen wird
durch den napoleonischen Adler und sieben Sterne ergänzt.
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