Wirtschaft und Handel
Im 20. Jahrhundert erlebte Schweden ein so genanntes „Wirtschaftswunder". Im
Laufe von nur wenigen Jahrzehnten verwandelte sich das arme Agrarland in eine
der reichsten und am höchsten entwickelten Industrienationen.
Die Grundlage für diese erstaunliche Entwicklung bildeten die enormen
Naturreichtümer Nordschwedens – Wald, Erz und Wasserkraft – , aber auch eine
Vielzahl bahnbrechender schwedischer Erfindungen und die Weiterentwicklung von
Erfindungen – wie Dampfturbine, Kugellager, AGA-Leuchtturm, Telefon,
Milchzentrifuge, Sicherheitszündholz, verstellbarer Schraubenschlüssel, die
Tetra-Verpackungen, das AXE-System zum vollautomatischen Telefonieren mit
computergesteuerten Telefonschaltzentralen, das Brånemark® System (Osseointegration),
das Leksell® Gamma Knife und viele andere. Noch heute bildet diese so genannte
Genie-Industrie den Kern der schwedischen Wirtschaft.
Durch den sehr kleinen Binnenmarkt wurden die großen schwedischen
Unternehmen bereits frühzeitig „gezwungen", sich auf die Erschließung anderer
Märkte und den Export zu spezialisieren. Nach Einschätzung vieler brachte diese
frühzeitige Globalisierung den schwedischen Unternehmen internationale
Wettbewerbsvorteile, was auch Schwedens heutigen, im Verhältnis zur
Einwohnerzahl extrem hohen Anteil an multinationalen Großunternehmen und
Warenmarken erklärt. Volvo, Saab, Ericsson, ABB, AstraZeneca, Electrolux, Ikea,
H&M, Hasselblad und Absolut sind nur einige davon.
Auch wenn Rohstoffe und veredelte Rohstoffe einen bedeutenden Teil des
schwedischen Exports ausmachen, liegt die Zukunft der schwedischen Wirtschaft
vor allem in den wissensintensiven Branchen. Dabei kann Schweden auf seiner
fortgeschrittenen technologischen Entwicklung, seiner umfassend ausgebauten
Infrastruktur und dem hohen allgemeinen Ausbildungsniveau seiner Bevölkerung
aufbauen. IT und Biomedizin sind zwei dieser wissensintensiven Industriezweige,
in denen Schweden seit langem zur Weltspitze gehört.
Darüber hinaus wird heute immer häufiger eine dritte schwedische
Zukunftsbranche genannt: die Erlebnisindustrie - ein neuer Sammelbegriff für
artverwandte kreative Branchen wie Design, Musik, Mode, Kunstindustrie,
Gastronomie, Medien, Werbung und Tourismus, in denen Schweden innerhalb der
letzten zehn Jahre eine Revolution erlebt hat, die weltweite Beachtung fand und
dem Land beträchtliche Exporteinnahmen bescherte.
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